Bloggen: Wie kann ich andere Texte nutzen, ohne zu kopieren?

Viele haben Angst davor, dass sie beim bloggen ein Problem bekommen, wenn sie andere Inhalte als Vorlage benutzen. Das brauchen wir (fast) nicht zu befürchten, wenn wir dabei wie folgt arbeiten.

bloggen urheberrecht


Das rechtliche Problem des Bloggers

Einen Blog zu erstellen uns ist einfach und lässt sich gut in Auftrag geben. Das bloggen / schreiben hingegen ist deutlich aufwändiger. Abmahnungen kennen wir alle. Urheberrecht, das Recht am eigenen Bild, Persönlichkeitsrechte, Nutzungsrechte und vieles mehr. Manche Anwälte haben – das sage ich gerne ganz deutlich – nichts anderes zu tun als abzumahnen. Das sind nicht sehr viele, aber es gibt sie. Dabei ist es so, dass wir als Blogger die Verantwortung für den Datenschutz von Facebook oder anderen Anbietern erklären und kennzeichnen sollen, aber kaum Einfluss auf das haben, was diese Anbieter machen. Soziale Medien gehören zu unserem Leben und wir müssen immer mehr Schutzmöglichkeiten finden, obwohl wir auch letzten Endes kaum Einfluss haben. Die großen Anbieter scheinen kein richtiges Impressum und keine Anschrift zu brauchen, aber wehe wir schreiben einen Satz falsch. Das ist eine typisch deutsche Inselmentalität, die uns Sorge machen kann. Wir sind also niemals wirklich sicher, selbst wenn wir uns darum bemühen. Wenn wir also den guten Vorsatz haben, einen Blog zu erstellen oder ein Buch zu schreiben, sollten wir einige Dinge wissen.

Bloggen: Wie kann ich andere Texte nutzen, ohne zu kopieren?

Natürlich inspiriert uns das, was wir sehen und es sind die Themen, die uns beschäftigen oder unserem Beruf entsprechen, die uns besonders interessant erscheinen. Daher kommt es vor, dass wir bei Mitbewerbern und verwandten Berufen auf tolle Vorlagen stoßen. Die Art und Weise des Umgangs entscheidet aber darüber, wie es rechtlich haltbar ist.

Dabei habe ich folgende einfach dargestellte Grundsätze:

  • Ich schaue immer in mehreren Quellen nach.
  • Die Seriosität meiner Quellen ist mir wichtig. Spam und Hoaxes dürfen nicht Gegenstand unserer Artikel sein, wie beispielsweise dubiose Gutschein-Angebote.
  • Meine Quellen nutze ich als Grundlage eigener Recherchen.
  • Ich nutze niemals alle oder sehr viele Artikel / Rezepte oder andere Vorlagen einer Quelle, sondern bediene mich immer an dem, was mich in den Quellen anspricht, die mir gefallen – und das selektiv.
  • Meine Kommentierungen sind immer sehr persönlich und berücksichtigen vor allem eigene Gedanken und Wünsche.
  • Eindeutige Quellen nenne ich immer und verlinke sie auch.
  • Ich zitiere mit Quellenangabe, wenn ich es selbst nicht besser formulieren kann.
  • Bilder sind gemeinfrei oder ich habe sie selbst erstellt.
  • Wenn ich etwas besser nicht machen kann, dann verlinke ich es lieber, als es zu kopieren.
  • Ich verletze keine Persönlichkeitsrechte, da ich Darstellungen von Sachverhalten entsprechend anonymisiere.
  • Sollte sich doch jemand ungerechtfertigt kopiert, behandelt oder falsch zitiert sehen, so ändere ich gerne auf dem „kleinen Dienstweg“. Man muss sich nicht unnötig streiten.

Einige Beispiele dazu:

Bei Rezepten passe ich nicht nur die Maßeinheiten an (Messerspitze statt ¼ Teelöffel), sondern ändere auch die Zutaten, gebe etwas hinzu, lasse etwas weg oder verändere die Menge. Das bedeutet, dass ich ein neues Rezept erschaffe und nicht eines kopiere. Dann mache ich dazu ein eigenes Bild oder Video.

Bei einer Auflistung von etwas (z. B. „7 Fakten zum Thema xxx“) nutze ich eine Idee eines Artikels, aber die Menge der Fakten und die Fakten sowie deren Darstellung sind mein Werk. Ich gehe dabei vor, wie in der Auflistung beschrieben und erstelle eine komplett neue Liste mit anderer Reihenfolge und abweichenden Inhalten.

Meine Einleitung ist immer persönlich und mein Fazit ebenso. Wenn ich etwas unkommentiert sachlich zusammenfassen möchte, ist es vielleicht gar kein Stoff für einen Artikel. Dieser muss in meinen Augen immer den Autoren und dessen Einstellung – manchmal auch seine Träume – reflektieren.

Kurz und einfach gesagt:

Wenn ich mein eigenes Werk erstelle, dann ist es auch eigen. Vorlagen und Inspirationen bietet uns das gesamte Leben. Wenn wir daraus etwas Eignes erschaffen und dabei an wichtigen Stellen zitieren sowie Quellen angeben, dann sind wir in der Regel sicher. Bilder sollten entweder lizensiert, gemeinfrei oder selbst erstellt sein und wir müssen die Nutzungsrechte haben.

Natürlich bin ich kein Anwalt und meine Formulierungen sind keine rechtliche Grundlage, aber ein Hinweis – und mehr möchte ich damit auch nicht. Wer Beratung braucht, der muss einen Anwalt aufsuchen. Sonst wäre es auch abmahnbar, weil es unzulässige Rechtsberatung ist – und das dürfen nur Anwälte und Angehörige einiger anderer Berufe.

Schau Dir gerne meine Vita und meine Bücher an, um Dir ein Bild zu machen.

Übrigens: Gerne coache ich Dich auf dem Weg zum eigenen Blog  oder Buch.

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