Die schlimmste Frage für Eltern!

Eltern stellen sich viele Fragen und sind immer der Meinung, die Schuld zu tragen bei allem, was mit ihren Kindern geschieht. Richtig ist, dass wir als Eltern in jedem Fall die Verantwortung tragen. Und was ist dabei die schlimmste Frage?

Die schlimmste Frage für Eltern!Was habe ich nur falsch gemacht? Das ist die Frage, die wir uns stellen, wenn es darum geht, dass wir sehen, unser Kind verhält sich unangemessen und wird beispielsweise gewalttätig oder missachtend anderen Menschen gegenüber. Diese Frage ist durchaus berechtigt, aber wir gehen falsch mit ihr um. Sie kann uns wunderbar weiter bringen, aber wir zerstören uns nur selbst, statt uns und unseren Kindern eine Chance der Weiterentwicklung zu geben. Es geht besser, als wir es meist betreiben, wenn wir uns die Chance geben, umzudenken. Nachfolgend die sieben Lösungsschritte zu einem besseren Umgang mit ängstigenden Themen unserer Kinder.

1 Wir werden informiert, unser Kind hat Mist gebaut! Nun stehen wir vor dem, was wir nie vermutet haben. Es ist so weit, dass unser Kind – zumeist in der Pubertät – sich gegen das System, die Eltern, das Regime oder was auch immer auflehnt, stiehlt, sich prügelt oder anders verhaltensauffällig wird. Es trifft uns meist unvorbereitet, denn unser Kind war doch immer total ruhig und unauffällig, vielleicht sogar ein stiller Einzelgänger. Nun haben die Hormone Besitz ergriffen und wir haben keine Ahnung, was geschehen ist. Wir sind entsetzt und suchen die Fehler bei unserem Kind und fragen uns, woher diese „Flausen“ stammen.

Anmerkung: Teilweise ist es so, dass unser Kind anders leben will als wir, beispielsweise eine andere Sexualität lebt oder berufliche bzw. private Ziele verfolgt, die wir nicht verstehen können. Wir müssen unsere Kinder nur lieben, respektieren und achten, nicht immer verstehen. Zeigen wir ihnen, was wir von den Dingen halten und lauschen wir, was ihre Sicht der Welt ist, solange sie uns daran teilhaben lassen möchten.

2 Unser Kind ignoriert unsere gut gemeinten Vorträge und Ermahnungen. Statt in die ernsthafte Diskussion zu gehen, werden wir lieber zum ermahnenden Richter, der noch einmal eine harte Strafe abmildern will. Dieser ermahnt sicherlich zu Recht zu einer anderen Sichtweise, die für ihn Voraussetzung ist, von einer (härteren) Bestrafung abzusehen. Er möchte wissen, ob die Ermahnung verstanden wurde und macht dies verständlicherweise zur Voraussetzung, Milde walten zu lassen. Das ist nicht unser Job, denn wir sind nicht die Richter unserer Kinder.

3 Der Selbst-Vorwurf kommt: „Was habe ich falsch gemacht?“ Da wir nicht verstanden werden und unserer Ermahnungen nichts nutzen, beginnen wir damit, uns Fragen zu stellen. Das ist wichtig, will aber gelernt sein. Oftmals sehen wir nicht die Ereigniskette, sondern wir stellen uns Fragen, die keinen Sinn ergeben. Gute Fragen sind die nach dem Ablauf, den Ereignissen, den Motiven und danach, wer mit wem wie verbunden ist. Anerkennung und Wertschätzung erlangen Teenager sehr häufig durch auffälliges Verhalten, dass uns Erwachsenen nicht gefallen muss. Wir waren auch nicht anders, das sollte man nicht wirklich vergessen, nur weil man nun selbst fast Erwachsene Kinder hat.

4 So gehen wir richtig mit dem Vorwurf um: Zuerst einmal ist es wichtig, anzuerkennen, dass wir wirklich die Schuld tragen bzw. die Verantwortung. Natürlich sind wir es, die unseren Kindern den Weg weisen oder die Chance dazu verpassen bzw. zu wenig nutzen. Daher sind wir schuld, wenn unsere Kinder sich falsch verhalten und das ggfs. Konsequenzen für sie bzw. uns hat. Es geht nicht darum, dass wir deswegen in tiefe Trauer geraten, sondern um das, was wir daraus lernen können.

5 Sei ehrlich zu dir selbst. Es ist nicht wichtig, dass du perfekt bist und auch dein Kind muss es nicht sein. Wenn du erkennst, dass du Fehler gemacht hast, gestehe es dir und deinem Kind ein. Du hast es verdient, dass du aufrichtig zu dir sein darfst. Wir alle brauchen keine Perfektion. Das wissen wir, wenn wir mit anderen Menschen in Kontakt treten und ihre scheinbaren Fehler, wie das offenlassen des Toilettendeckels oder Duschgels für uns zu etwas werden, das wir lieben und einfach wunderschön finden. Genau so dürfen auch wir unseren Waschbärbauch oder gelegentliche Wortfindungsstörungen sehen. Wenn du mit dieser Offenheit auf deine eigenen kleinen und größeren Fehltritte zugehst, dann wird es dir gutgehen. Dein Kind wird deine Offenheit und ehrliche Selbstkritik kennen und schätzen lernen. Durch dieses Verhalten werden die Kinder ermutigt, mit sich selbst aufrichtig und ehrlich umzugehen und respektieren uns mehr als das, was wir nach außen vorgeben zu sein.

6 Wenn wir reden können, gewinnen alle. Reden wir mit unseren Kindern und sagen ihnen nicht, dass sie noch zu jung, zu klein oder zu dumm für etwas sind. Vertrösten wir sie nicht auf irgendeine Zukunft, die niemals eintreten wird. Wenn wir ehrlich sind, dann werden wir zur Ehrlichkeit anregen. Wir schaffen nicht das Streben nach Perfektion, sondern nach Aufrichtigkeit. Perfektion ist ehrlich gesagt langweilig und würde etwas wie Kunst, Malerei, Poesie, Musik oder Liebe unmöglich machen, denn hier kommt es nicht auf Perfektion an, sondern auf die Besonderheit und das Herz dahinter, die Leidenschaft und Muse. Ehrliche Kommunikation ist wundervoll und wir freuen uns darüber, wenn man sich nichts vorspielen muss. Das Kind, dass sich ausspricht mit uns ist eines, das uns zeigt, dass wir gute Eltern sind und einen Vertrauensbonus genießen.

7 Beziehungspflege ist wichtig. Wir haben die Verpflichtung, die Aufrichtigkeit zu pflegen uns um die Kommunikation zu kümmern und dazu zu ermutigen. Wenn wir die Ehrlichkeit, die Aufrichtigkeit und die Kommunikation pflegen, dann haben wir ein wunderbares Miteinander. Das muss nicht immer gelingen, aber man kann einlenken, wenn man sich einmal falsch verhalten hat. Perfektion ist nicht wichtig, auch hier nicht. Es geht um Liebe, Zuneigung, Mitgefühl und vor allem um Aufrichtigkeit, nicht um die oft betriebene elterliche Diskriminierung. Wenn du selbst Vater oder Mutter bist, dann darf bei deiner Tochter, deinem Sohn oder deinen Kindern alles falsch laufen, weil wir Eltern keinen Führerschein der Erziehung absolvieren, oft in unseren eigenen Problemen gefangen sind und selbst eine Entwicklung durchlaufen. Manchmal leben wir wie unter Hypnose und verstehen nicht immer, was vor sich geht. Es nutzt nichts, wenn wir weiter trauern und uns mit Selbstzweifeln zerstören. Erkennen wir an, dass wir nicht perfekt sein können, weil das unmöglich ist und lernen wir, mit unseren Kindern gemeinsam an einem aufrechten Miteinander zu arbeiten. So werden wir alle glücklicher. Das bedeutet nicht, dass wir unser früheres falsches Verhalten als gut anerkennen, sondern dass wir daraus lernen wollen, es uns und den Kindern zugestehen (Inkl. der inneren kindlichen Anteile.) und allen gegenüber Besserung der Absichten und der Umsetzung geloben, wenn es angebracht ist. Wir können aus Fehlern lernen und an ihnen wachsen. Liebe ist auch wichtig im Umgang mit sich selbst. Wenn du Kindern Liebe geben und zeigen willst, dann auch die zu sich selbst am eigenen Beispiel – ihr werdet es gemeinsam genießen können.

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