Von der Abschaffung des Mannes

Zum Weltfrauentag machen wir uns bitte auch bewusst, dass in unserer Gesellschaft die Männlichkeit verloren geht. Ina Deter sagte schon „Neue Männer braucht das Land!“ Warum es jetzt Zeit wird!

Von der Abschaffung des Mannes


Von der Abschaffung des Mannes

Heute (08.03.2018) ist wieder einmal Weltfrauentag und der darf sein. Natürlich darf es ihn geben und wir könnten ihn noch viel öfter feiern. Dabei vergessen wir aber auch, was wirklich wichtig ist. Damit meine ich nicht den Weltmännertag (wieder am 03.11.2018), sondern das, was Frau, Mann und Paar bzw. Familie bedeutet. Wir Männer schaffen uns ab auf der Welle des Feminismus. Zudem schaffen wir noch mehr ab: Beziehungen und danach die Frauen, die wir zunächst retten wollten. Meine Ex-Frau ist übrigens Feministin, Sozialarbeiterin und frühere Emma-Abonnentin.

Von der Abschaffung des Mannes

Hier ein paar Beispiele für die Abschaffung des Mannes in unserer Zeit (nicht nur in der Nationalhymne) und das, was wir als Gesellschaft dafür zahlen und opfern, wenn wir nicht aufpassen.

#metoo ist eine gute Sache. Bekennt Euch bitte zu dem, was passiert und klagt an, was falsch ist. Wenn aber das dazu führt, dass ein Mann nicht mehr unsittliche Angebote machen darf, dann hört der Spaß auf. Erwähnte ich eigentlich schon, dass ich ein Vergewaltigungsopfer bin? Nein, hier noch nicht. Vielleicht wirkt es jetzt besser. Ich will, dass wir uns anmachen und anflirten dürfen, ohne Angst vor der Strafverfolgung zu haben. Stelle man sich vor, dass man mit dem Date ins Kino geht und den Arm-Trick versucht und das sofort in einer Anklageschrift steht.

Kinder brauchen Schutz und den ganz besonders. Sexualität und Intimität dürfen Kindern nicht zu früh vermittelt werden. Dann aber wieder sehe ich Michael, einen Schwimmtrainer. Er gibt sich mühe, arbeitet ehrenamtlich und ist in meinen Augen ein ganz wunderbarer Mensch. Für Kinder wie Erwachsene gibt er Schwimmunterricht und das nur seines Vereins wegen. Er muss und will daran nichts verdienen – er hat Spaß daran. Ich denke, wenn ich ihn sehe, ob man ihm nicht irgendwann unterstellt, dass es nicht geht, wenn er ein Kind im Schwimmbad auf den Armen im Wasser sichert. Vielleicht ist es nur eine Frage der Zeit, bis das geschieht. Wer Michael kennt, der weiß, wie widersinnig das ist.

In der Massagepraxis kommt es zu Berührungen und diese können auch nahe an intimen Bereichen sein, vor allem bei einer Ganzkörper-Massage. Wenn man den ganzen Körper massiert, dann lässt man natürlich die „wirklich intimen“ Bereiche weg, aber man kommt ihnen vielleicht nahe. Das kann Angst machen und Unsicherheit entstehen lassen. Aber deswegen darf man doch weder auf Berührung verzichten noch den Masseur anklagen.

Männer glotzen gelegentlich und das auch in der Sauna. Ja, wir haben immer noch Instinkte – und die haben Mann und Frau. Wir reagieren auf Schlüsselreize, daher gibt es auch den Nagellack sowie Lippenstift in rot – er symbolisiert gute Durchblutung und Fruchtbarkeit. Miniröcke sind toll, vor allem mit schönen Beinen. Schöne Schuhe, ein tolles Kleid, schöne Haare, Hände, ein toller Hals, das auffällige Dekolletee, schöne Hände oder eine Wespentaille – Frau darf das Signal geben und Mann nicht hinsehen. Wir nehmen es wahr, wir reagieren auch möglicherweise instinktiv, aber wir sind nicht böse deswegen oder denken abfällig. Wir alle dürfen zu unseren Gefühlen stehen!

Die Industrie oversexed uns, weil wir immer mehr genötigt werden, Idealen zu entsprechen. Frau muss sexy sein, Size Zero tragen, dabei XXL Oberweite, Hausfrau, Heimchen und Diva sein. Das kommt uns in Presse, TV und (a)sozialen Medien rund um die Uhr entgegen. Frau wird industriell unter Druck gesetzt und Mann bekommt immer mehr davon angeboten – er soll ja reagieren. Er soll geil sein und sie wird gezwungen, diesem vorgegebenen Ideal zu entsprechen. Und dann wundern wir uns als Gesellschaft über die Folgen.

Oversexed und underfucked sind wird. Wer zu sehr angemacht wird, damit aber nicht mehr umgehen kann, der wird unsicher. Wer kaum noch wirkliche Nähe und Liebe kennt, der weiß nicht mehr, wie er damit umgehen soll und darf. Männer werden die ganze Zeit angemacht, sollen Gefühle schon früh unterdrücken lernen und wissen nicht weiter. Schöne Nähe geht verloren, kuscheln macht uns Angst und Annäherung könnte falsch verstanden werden.

Frauenquoten werden immer wichtiger. Nein, wir wollen nicht dafür sorgen, dass Frauen ein besseres Selbstwertgefühl kennenlernen, sondern wir wollen es erzwingen. Das wirklich beschissene Selbstwertgefühl von Frauen ist ebenso zu Unrecht so schlecht, wie die falsche übersteigerte Selbstwahrnehmung von Männern. Frau muss immer alles können, perfekt sein und dabei unscheinbar. Männer dürfen Bauch haben, brauchen sich nicht zu pflegen und können auch die hinterletzten Klamotten anziehen. Das glauben Frauen wirklich und pflegen Intensivrituale des Schönheits-Wahnsinns im Badezimmer, die von Verzweiflungstaten vor dem Kleiderschrank begleitet werden, welche dann in Endlosschleifen in Unsicherheit führen.

Gerade am Weltfrauentag wünsche ich mir für uns alle:

  1. Frauen dürfen Weiblichkeit leben und zeigen, ohne sich jedem Zwang zu unterwerfen. Jede Frau darf sein, wer, was und wie sie möchte. Dabei ist es nicht wichtig, welche Oberweite oder Konfektionsgröße sie hat – oder welchen Kleidungsstil. Weiblichkeit darf ganz unterschiedlich aussehen – und sie darf gelebt werden. Weiblichkeit ist kein Verbrechen und keine Aufforderung zur Übergriffigkeit. Es darf einer Frau keine Angst machen, weiblich zu sein.
  2. Männer dürfen Mann sein und auch ihren Instinkten nachgeben. Es ist vollkommen normal, dass wir auf Frauen reagieren, die uns gefallen. Dabei aber muss man sich nichts denken und daran ist nichts Abwertendes. Auch ein glücklicher und zufriedener Mann nimmt andere schöne oder reizvolle Frauen wahr und genießt es, sie zu sehen. Wir dürfen zugeben, dass wir einen Menschen schön und angenehm finden – ohne dass es ein Verbrechen ist. Auch Mann sein ist kein Verbrechen. Wir brauchen wieder mehr Eier.
  3. Wir dürfen uns anmachen und auch respektvoll ablehnen dürfen. Mann und Frau sollten sagen und zeigen dürfen, wenn sie jemanden reizvoll finden – und das darf auch auf eine normale Art zurückgewiesen werden, die respektiert werden muss. Anmachen darf sein – Übergriffe nicht. Wer zu weit geht, der muss natürlich seine Grenzen aufgezeigt bekommen.
  4. Zivilcourage und Aufarbeitung unserer verdrängten Traumata sind wichtig. Wenn wir uns daran wagen, alte Verletzungen zu heilen, dann sind wir nicht übermäßig oder vorschnell verletzt durch etwas, das eine vielleicht ebenso ehrliche wie freundliche Annäherung werden sollte. Ebenso müssen wir lernen, zu unseren Gefühlen zu stehen und auch zu uns selbst. Wir haben auch die Pflicht uns für Menschen einzusetzen, die in Not sind. Es darf nicht sein, dass wir die Auflösung von Depressionen so verhindern, wie es geschieht.
  5. Es wird Zeit, die Industrie für ihr Verhalten zu strafen. Wir müssen uns über unpassende Werbeaktionen beschweren und Produkte nicht kaufen, die oversexed oder irreführend angeboten werden. Es wird Zeit, eine Fernsehzeitung oder Tageszeitung nicht mehr über eine retuschierte Schönheit auf der Startseite zu verkaufen – das gehört nicht hierhin. Biermarken, die sich für Umweltschutz einsetzen sind ebenso falsch, denn wir können nicht unserem Kind erzählen, dass man wegen des Regenwalds das Saufen begonnen hat. Achten wir darauf, wie wir umworben werden und ob wir dieses aufgedrückte Image wirklich unterstützen wollen.
  6. Wir brauchen mehr Nähe und weniger Angst davor, sie aufzubauen. Immer wieder erlebe ich, dass Menschen beim ersten Kontakt ängstlich und verschwitzt zu mir kommen. Nach ein paar Terminen begrüßen und verabschieden wir uns oft mit einer Umarmung. Das Miteinander wird gefühlvoller, wärmer und offener – und das ganz ohne Beigeschmack. Das dürfen wir in jeder Art von Beziehung und Begegnung mehr pflegen. Wir brauchen mehr Nähe, mehr Wärme, mehr Liebe – auch mit uns selbst. Wer sich lieben lernt, der liebt auch andere Menschen. Liebe ist aufrichtig, sie ist kein Deal, fordert nicht, sondern sie ist rein und nur des Gebens wegen da.
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Kommentare

Von der Abschaffung des Mannes — 2 Kommentare

  1. Hallo Herr Ostländer,

    ich finde ihren Text gut.

    „Wenn aber das dazu führt, dass ein Mann nicht mehr unsittliche Angebote machen darf, dann hört der Spaß auf. Erwähnte ich eigentlich schon, dass ich ein Vergewaltigungsopfer bin? Nein, hier noch nicht. Vielleicht wirkt es jetzt besser.“
    Aber diese Sätze so mal eben raus hauen. Was wollen sie damit sagen?

    • Hallo Monica. Ich bin selbst vergewaltigt worden und kenne Übergriffe. Es ist mir wichtig, dass wir uns annähern dürfen und auch flirten können. Dabei muss man einfach einen schönen Umgang miteinander finden. Es wäre schade, wenn es sich zum Gegenteil entwickelt und man nicht mehr flirten dürfte. Dabei das Maß zu finden scheint nicht einfach zu sein. Ich verstehe Worte wie JA und NEIN und ich denke, das kann man erwarten. Wenn nicht, dann braucht es Konsequenzen.

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