Corona und die Fleischfresser

Eine Kurzgeschichte über das Verhalten in Corona Zeiten. Vielleicht wird es dich wundern, was der kleine Corona in der heutigen Zeit erlebt. Corona – wer ist das? Das ist nur ein Zufallsname.

Corona und die Fleischfresser


Corona und die Fleischfresser

Es war einmal ein kleines Lebewesen – nennen wir es Corona. Es hatte ein Krönchen auf und es liebte es, sich auf der ganzen Welt auszubreiten. Das ist ganz normal, das machen Pflanzen, Tiere, Menschen und eben auch andere kleine Coröchen. So war es nicht verwunderlich, dass Corona sich Hilfe dabei suchte, sich auszubreiten und zu vermehren, wie es jede Spezies mag.

Da sah er eine Spezies, die besonders dafür in Frage kam. Sie schienen Menschen zu heißen. Mensch ist ein Wort, auf das sich nichts reimt – das zeigt seine Einzigartigkeit. Schön war es, sie zu beobachten. Es war einfach wunderbar, wie wenig sie denken konnte, obwohl sie sich alle für so schlau hielten. Sie hatten ganz wunderbare technische Dinge entwickelt, mit denen man so vieles machen konnte. Sie konnten ganz wunderbar alles das, was sie zum Leben brauchten, erzeugen. Sie hatten davon viel zu viel, sie verteilten es nur schlecht. Das war nicht für alle gut, aber für manche ganz besonders.

Bald fand unser kleiner Corona heraus, dass es ihre Gier war, die genau das auslöste. Jeder wollte von allem so viel er nur haben konnte und andere litten darunter. Das schien eine Art Spiel zu sein. Die schon viel hatten, bekamen immer mehr und sie schlossen sich zusammen. Sie bestimmten das, was man Politik nennt, denn sie hatten bezahlte Fürsprecher, die ganz angenehm schilderten, dass manche Dinge eben so sind und andere nicht.

Es gab da die Wasserwerker, die das Wasser einer Stadt wegnahmen, damit sie dann das, was sie an Wasser brauchten, woanders herbekamen. Dafür aber war das sehr lecker und hatte so tolle Eigenschaften – auch wenn man das scheinbar zu erwähnen vergessen hatte. Aber das musste ja so sein, wenn es so teuer ist und die Flasche so schön.

Sie machten so wunderbare Bilder von ihrer Tierliebe. Sie liebten die Tiere so sehr, dass sie diese gefangen hielten, denn ein Halsband, ein Käfig oder viele andere Vorrichtungen, dienten ja nur dem Schutz der Lieblinge, die vollkommen artgerecht in eine andere Familie assimiliert wurden. Man behandelte sie wie die eigene Spezies und gab ihnen die gleichen zuckerhaltigen Industrielebensmittel, mit denen man sich schon selbst vergiftete und deutete ihre Angst und Hilflosigkeit als eine Art von Gegenliebe.

Sie liebten manche Tiere anders und davon machten sie auch gerne Bilder. Das waren die Schuhe, die Schnitzel, die Leber, das Muskelfleisch und ganz andere tolle Sachen. Ganz beeindruckend konnten sie diese Bilder überall teilen und kommentieren und alle freuten sich. Man mag es eben, wenn es schmeckt und man hatte das leckere Gefühl ja schon auf der Zunge, wenn man die schönen Bilder sehen konnte.

Pelze mochten sie nicht, denn das wollte man nicht, Leder aber war in Ordnung. Das wussten sie ganz genau. Man hatte einen Kodex dafür, welches Tier als Schnitzel dient, als Haussklave oder welches man anzieht. Das war je nach Region klar festgelegt und alles Andere einfach nur widerlich.

Dabei haben sie es sogar geschafft, dass die meisten Menschen nicht mehr hinsehen wollten und auch gar nicht fragten. Manche von ihnen verreckten in der Chemiebrühe, die dazu diente, ihre Kleidung mit Gift schön aussehen zu lassen, welches ihnen schadet – aber es war so schön und so billig – oder auch teuer. Sie lernten, dass sie den gleichen Mist zu jedem beliebigen Preis verkaufen konnten und die Menschen dachten, dass sie ihr Gewissen mit postmodernen Ablassbriefen bei Markenartikeln reinwaschen konnten.

Woher ihre Schnitzel kamen, das hatten sie vergessen. Sie sahen die Tiere nicht mehr auf der Weide, aber wussten, dass es der bunt gefärbten Kuh aus dem Allgäu genauso gut geht wie dem Baby Schweinchen aus den Filmen oder dem braven Schäferhund aus Amerika. Daher geht es den anderen Tieren auch gut – das war sicher. Es muss reine Freundlichkeit gewesen sein, dass man das Kilogramm so günstig bekam – und die Abszesse wurden weggeschnitten, der Eiter abgespült und das Wasser danach noch in das behandelte Fleisch gegeben, dass es größer aussah. Sie haben es schön behandelt – mit Gasen und Chemie und es danach schön angeleuchtet. Das muss ja lecker sein.

Da dachte der kleine Corona, dass er sich das zunutze machen könnte, um viele seiner eigenen Freunde miteinander zu verbinden. Diese Menschen reisten gerne und so vermischten sich die Ansichten, was man isst, anzieht, gefangen hält oder einfach schön findet. In einem Land, das von einer großen Mauer geziert wurde (was sie schon an vielen Stellen gerne gemacht haben), haben sie eine besonders große Vielfalt der Tierliebe. Von hier aus setzte Corona den Siegeszug an und hatte einen vollen Erfolg.

Die Menschen liebten ihre Tiere auf Tellern, als Halsbändern, in Käfigen und auf Bildern. Sie tranken das Wasser und zogen ihre Chemiesachen an. So bemerkten sie gar nicht, dass es die Globalisierung der Dummheit war, die Corona und seinen Freunden dazu verhalf, sich überall auszubreiten. Sie sammelten keine Fakten – wie bisher – sondern stritten sich darum, wer Recht haben darf und wer nicht. Sie mochten die Tiere so sehr und das Nachdenken so wenig, dass sie nicht bemerkt haben, dass sie sich so selbst ausradiert haben.

Corona sah sein Werk und dachte bei sich „Wie schön es doch ist, dass die Globalisierung der Dummheit dieser Menschen dafür gesorgt hat, dass nun wir Corönchen überall sind. Die Menschen waren eh überflüssig und die Erde kann aufatmen.“

Ob bald eine neue Spezies die Erde übernimmt und die Coröchen verjagt? Oder wird es noch dümmer, was als nächstes geschieht?

Nur eine Geschichte …

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