Die 5 Gründe für Hass und Gewalt unserer Zeit

Wir erleben es aktuell, dass sehr viel Meinungsmache betrieben wird und gegen Asylanten, Flüchtlinge und andere Gruppen eine Art von Rebellionskultur entsteht. Wie kann es sein, dass sich ein Teil der Gesellschaft so entwickelt?

Hass Gewalt Psychologe Aachen1 Naivität: Viele Menschen sind wirklich der Meinung, dass sie dem Glauben schenken sollen, was sie in der Presse und im TV sehen. Es ist nicht so, dass wir heute keine Informationen mehr erhalten. Ganz im Gegenteil. Heutzutage können wir nicht mehr die Seriosität der Quelle erkennen und haben auch Schwierigkeiten damit, Kommentare von Fakten abzugrenzen. Je mehr man mit Nachrichten und Schlagzeilen Geld verdienen kann und muss, umso mehr werden die wirtschaftlichen Interessen dabei in den Vordergrund gestellt, was die Fakten verschwimmen lässt.

2 Dummheit: Häufig erleben wir dumme Menschen, die sich sehr auflehnen, was keine Herabsetzung sein soll. Wer nicht sonderlich gebildet ist und ungefiltert die Boulevardpresse liest, während nebenbei „Alles Einfach Trash TV“ läuft, die Kinder vom Fernsehgerät und den Spielekonsolen erziehen lässt, der ist sicherlich nicht an einer Diskussion interessiert. Es braucht eine Form von Einfachheit, um sich zusehends leichter manipulieren zu lassen. Einfache Menschen sind aber für eine Gesellschaft billige Arbeitstiere, die dann gereizt werden und ihre Aggressivität auf primitive Art äußern.

3 Schlechte Vergangenheitsbewältigung: Deutschland muss sich nach wie vor entschuldigen, weil es einen Österreicher gab, der die Welt in einen schrecklichen Krieg voller Angst und Gewalt gerissen hat. Nach und nach dürfen wir diese Schreckensfigur langsam zu parodieren beginnen, aber die Welt sieht uns immer noch als das personifizierte Böse. Schlimmer aber ist, dass wir selbst bei jedem Anflug von Nationalbewusstsein gleich in eine rechte Ecke kommen. Es ist schade, dass wir nicht lernen, dass man seine Heimat lieben kann, ohne alle Teile ihrer Vergangenheit zu lieben. Es gibt in vielen Ländern solche Beispiele, die vielleicht wegen einer längeren Zeitspanne oder weniger Grausamkeit nicht so beachtet werden. Das sollte jedoch dazu führen, dass wir als Menschheit uns den gemeinsamen Herausforderungen stellen und nicht weiter Krieg führen, um zu beweisen, wer besser ist, den cooleren Gott hat oder wessen Hautfarbe grundsätzlich besser ist.

4 Kein Selbstvertrauen: Menschen, die sich selbst nicht erkennen und unsicher sind, sind leichter reizbar als Menschen, die in sich ruhen können. Das Überangebot an Konsum und die Reichhaltigkeit in jeder Hinsicht haben uns sehr unsicher werden lassen. Was wir heute kaufen ist Morgen nicht mehr gut genug und wen wir gerade sexy finden, der langweilt uns gleich schon wieder. Egal, ob es um Möbel, Autos oder Menschen geht, wir haben die große Auswahl, die uns verunsichert. Kein Vergleich kann uns wirklich dazu bringen, das optimale Produkt zu kaufen, wenn aber doch, dann gibt es Morgen bereits die bessere Variante. Diese Unsicherheit lässt uns nicht zu uns finden und unsere wahren Bedürfnisse erkennen.

5 Mutlosigkeit: Wir haben den Mut verloren, uns dem Leben zu stellen und ertragen alles viel zu lange. Quälende Beziehungen, schlechte Arbeitsplätze und vieles mehr halten wir so lange aus, bis wir nicht mehr können und uns selbst, die Umwelt oder beides zerstören wollen. In den bekannten Problemen festzusitzen ist einfacher, als aufzustehen und einen Schritt weiter zu gehen. Immer wieder hindern wir uns selbst am meisten daran, dass wir neue Wege gehen und das Leben führen, das wir uns wünschen.

Es ist daher wichtig, dass wir folgendes in Angriff nehmen:

  1. Prüfen wir die Quelle der Nachrichten und Informationen, die wir erhalten, auf Zuverlässigkeit.
  2. Fragen wir uns, wer ein Interesse daran haben kann, dass eine Information genau so formuliert ist.
  3. Halten wir Herz und Kopf aktuell und bilden wir uns nach unseren Möglichkeiten weiter. Dummheit ist nicht mangelnde Intelligenz in meinen Augen, sondern das bewusste verkümmern lassen unserer Fähigkeiten.
  4. Schließen wir mit der Vergangenheit ab und bekennen wir uns dazu, dass wir hier und jetzt leben. Daraus folgernd ist dies auch wichtig, anderen Menschen zuzugestehen.
  5. Finden wir zu uns selbst und vertrauen wir mehr auf uns selbst.
  6. Lösen wir uns vom dem, was uns schmerzt und der Trauer sowie dem Leid, dass wir ungelöst sonst an andere weitergeben würden.
  7. Zeigen wir, dass wir mutig sind und aufrecht gehen. Wir dürfen unsere Meinung sagen, aber dabei achtsam allen anderen Lebewesen gegenüber sein.
  8. Hören wir auf damit, uns gegeneinander zu wenden und suchen wir nicht in einem Merkmal, das wir ausgrenzen können, eine Möglichkeit, Verantwortung abzugeben.
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