Es wird Zeit zu glauben

Notre Dame ist vom Feuer angegriffen worden. Die Reaktionen machen uns einiges deutlich. Dazu ein paar sehr persönliche und sicher auch provokante Gedanken, wie wir damit umgehen können.

Es wird Zeit zu glauben


Es wird Zeit zu glauben

Notre Dame hat Feuer gefangen – wahrscheinlich wegen Bauarbeiten. Was passiert? Einige Dinge, die uns beeindrucken und nachdenklich stimmen. Kontroverse Diskussionen brechen los.

Einige denken, dass wir die Pflicht haben, das Weltkulturerbe zu schützen. Interessanterweise auch Armin Laschet – den das in NRW zu Gunsten von Rheinbraun weniger störte. Egal ob Rittergut, Kirche oder Denkmal – alles weg für den Strom.

Es kommen Spenden auf – gerade von schwer reichen Franzosen, die gerne für die bekannteste Kirche des Landes zur Rettung beitragen – mit dreistelligen Millionen.

Was aber ist mit dem Hunger der Welt und mit den Problemen, die wir auf diesem Planeten haben?

Über 800 Millionen Menschen auf dieser Welt leiden Hunger – jeder zehnte Mensch auf diesem Planeten hat nicht genug Nahrung. 98% davon leben in sogenannten Entwicklungsländern – also schön weit weg und weiter weg als Paris.

Mehr als 260 Millionen Kinder sind berufstätig. Bei 168 Millionen Kindern redet man von sogenannter „Kinderarbeit“, weil das Alter einfach zu niedrig ist. Aber auch hier ist die Nähe nicht gegeben – bei uns gibt es das nicht.

Frauen werden immer noch unterdrückt und misshandelt. Es kommt zu Beschneidungen der Klitoris, zu einer unwürdigen „Haltung“ und zu Gewalt – sexuell und anders.

Menschen – und viele Kinder – verrecken wegen Abfällen, die wir zu ihnen karren, damit der Dreck weg ist oder baden in Chemieabfällen für Designerjeans.

In Schwellenländern und Entwicklungsländern greifen korrupte Regime immer noch Entwicklungshilfe ab, die wir als Trinkgeld für die Ausbeutung zahlen, damit wir wieder besser schlafen können.

Tiere werden industriell und geschmacklos zu einer Massenware gezüchtet, die uns vergiftet.

Wir setzen uns gegenseitig unter Druck, damit wir Modelmaße erreichen und gleichzeitig aber brav Gift konsumieren, bequem sind und den Mund halten. Daurch entstehen nicht nur Bulimie sowie andere Essstörungen, sondern auch viele andere Erkrankungen von Körper und Seele.

Lobbyismus wird totgeschwiegen, sonst würden weder Autokonzerne noch eine Pharmaindustrie solche Erfolge verbuchen können.

Dieselfahrverbote werden erlassen, damit ein Straßenabschnitt besser dasteht. Umwege, die dann zu einer Mehrbelastung werden, die sind ja nicht in der betroffenen Zone und zählen nicht. Die Batterien der Elektroautos und die Umweltverpestung durch Flug- und Schiffsverkehr scheinen nicht wichtig zu sein. Bahnreisen sind umweltschonender als Flugreisen – aber sie werden nicht so massiv gefördert.

Das ließe sich noch lange fortsetzen und es kotzt einen noch immer mehr an.

Zurück zu Notre Dame

Warum retten wir so eine Kirche? Weil sie Kulturgut ist. Denn der Trend aus der Kirche auszutreten steigt an. Das führt gerade zu Diskussionen darüber, dass man demnächst eine Zwangsabgabe zur Rettung der Kirchen einführen möchte und dann das Modell der Kirchensteuer nicht mehr aktuell ist.

Es wird übrigens an Gehältern vom Staat außerhalb der Kirchensteuer eine Summe von weit mehr als 400 Millionen gezahlt. Aber das ist nicht alles. Geburt, Kinderhort, Kindergarten, Schule, Hochzeit, Krankenhaus, Altenheim und Beerdigung – hier reden wir fast von Monopolbetrieben in Kirchenhand. Dazu kommt noch, dass ganz viele Menschen ihren Nachlass der Kirche vermachen. Ein Notleiden kann man da nicht empfinden.

Die Kirche bzw. die Religion hat auch historisch den wohl meisten Dreck am Stecken. Das brauchen wir gar nicht ausführen – und Glaubenskriege hat es auch schon immer gegeben – man tötet, bis die Menschen endlich glauben, was du willst.

Damit wären wir wieder beim Thema Glauben

Warum meine ich, dass es Zeit wird zu glauben? Weil wir wirklich einmal glauben lernen müssen. Das geht übrigens ohne eine Kirche. Jeder Glaube lehrt uns, dass alles Wesentliche in uns ist. Wir alle sind ein Abbild Gottes und wir können uns auch einmal endlich so verhalten.

Erkenne die Wahrheit in dir. Finde die wahre und wirkliche Liebe in dir. Finde dich und dein wahres Selbst. Du brauchst den Glauben an dich und daran, gut genug zu sein. Du bist wunderbar, du bist liebenswert. Lerne zu vergeben, zu lieben und loszulassen.

Beginne damit, dich und dein Umfeld zu achten.

Was wird dann geschehen?

Ein Mensch, der sich achtet und liebt, der wird auch andere Menschen lieben und achten. Somit bist du nicht mehr in der Lage, das Leid von Mensch und Tier hinzunehmen.

Der Hunger in der Welt ist dir dann wichtiger als das größte Weltkulturerbe. Du siehst, dass es fast eine Milliarde gibt, die nichts zu fressen hat – und das entspricht dem Betrag, den man für eine Kirche spendet – innerhalb weniger Tage – ohne dass dabei jemand auf etwas verzichtet.

Wenn du nicht mehr wegschaust und an dich, die Umwelt und die Liebe glaubst – dann willst du diese Scheiße nicht mehr ertragen und beendest es. Du lernst, dass du nicht mehr wegschauen kannst, dich für das wirkliche Leid einsetzt und dass diese Welt mehr Liebe und Echtheit braucht.

Wir brauchen keine Entwicklungshilfe-Pflaster, die kaum irgendwo ankommen, wo sie gebraucht werden. Es braucht nicht so viel Gewinn-Gier und persönliche Bereicherung.

Wir brauchen wieder die Fähigkeit, in Ruhe schlafen zu können. Es braucht Ruhe in unserer Seele, Frieden im Herzen, Leben ohne Leiden – und dann reden wir nochmal darüber, ein Kulturgut zu retten. Daran möchte ich glauben.

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