Ich wünsche uns Frieden, Liebe und Zärtlichkeit

Ich wünsche uns Frieden, Liebe und Zärtlichkeit. Wir alle vermissen Menschen an diesen Tagen. Machen wir uns bewusst, was wir besser machen können und wie wichtig wir Frieden, Liebe und Zärtlichkeit im neuen Jahr nehmen wollen.

Ich wünsche uns Frieden, Liebe und ZärtlichkeitUm wen habe ich mich zu wenig gekümmert? Oftmals vergessen wir die wichtigsten Menschen unseres Lebens – scheinbar zumindest. Es wachsen Kluften zwischen uns und es erhärten sich Mauern, die wir zu unserem scheinbaren Schutz bauen. Es wird Zeit, den Mut heute zu finden, diese Mauern einzureißen und auf die Menschen zuzugehen, die uns fehlen. Stolz und Verletztheit sollten uns nicht so wichtig sein, wie die Dinge, die wir irgendwann vielleicht nicht mehr klären können.

Wen habe ich verloren? Menschen, die uns bereits vorausgegangen sind in das ewige Leben können wir nicht mehr hier antreffen und vermissen sie, vielleicht erst seit Kurzem und vielleicht schon Jahre und Jahrzehnte. Machen wir uns bewusst, was wir an diesen Menschen geliebt haben und wie sie uns noch immer im Alltag begleiten, auch wenn sie nicht mehr dazu gehören.

Wen beachte ich zu wenig? Dabei sollten wir uns sowie andere Menschen im Auge behalten. Wir achten zu wenig auf die Gefühle und Bedürfnisse anderer Menschen, teils auch deswegen, weil wir nicht einmal auf uns selbst achten. Lassen wir beiden Varianten einmal mehr Spielraum und Möglichkeit, sich zu entwickeln, ohne dass wir uns dabei unter Druck setzen. Wir haben Beachtung von uns selbst verdient und auch unsere Mitmenschen verdienen es, von uns beachtet zu werden.

Womit beginne ich? Es geht nicht nur darum, dass wir es planen, mit uns und unserer Umwelt in einen schönen Dialog zu treten, sondern darum, wirklich aktiv zu werden. Suchen wir nach einem Menschen, dem wir begegnen möchten – vielleicht dem Menschen, der uns am meisten fehlt. Starten wir damit, dass wir uns wieder begegnen wollen und Angebote unterbreiten, ohne zu fordern, dass sie sofort angenommen werden. Liebe und Aufmerksamkeit sollten wir nicht scheinbar geben, damit wir unseren Frieden finden, sondern ehrlich und aufrichtig verwenden. Frieden und Zärtlichkeit sowie wahre Liebe fordern nicht, sondern werden einfach nur gegeben. Es geht um das Geben aus dem Herzen und nicht darum, dass wir uns einfach einmal besser fühlen möchten und genau daher versuchen, etwas auszugleichen. Liebe wird nur dann mehr, wenn man sie ohne ein erhofftes Ergebnis teilt. Nur dann ist es Liebe und nicht ein Betrug, der sinnlos verläuft.

Dies ist ein Auszug aus meinem Anfang 2015 erscheinenden Buch „Ein schöner Gedanke für jeden Tag“. Es entstand aus dieser Facebook Seite.

Noch ein paar persönliche Worte dazu: Ich habe viele Kontakte in meinem Leben nicht gepflegt, weil ich es nicht gelernt habe. Die letzten Jahre haben mich wachsen lassen und ich verstehe immer mehr, was geschehen ist. Familie und Nähe bedeutete für mich immer, auch verlieren zu können. Daher lief ich vor Gefühlen und Nähe immer weg, bevor es etwas zu verlieren gab. Mein Herzenswunsch ist es, dass ich daher Menschen Mut machen kann, zu sich und ihren Gefühlen zu stehen, damit wir uns respektvoll und voller Liebe begegnen können. Es geht mir nicht vorrangig darum, dass sich dadurch etwas zu meinen Gunsten ändert, sondern ich möchte ermutigen, aufrichtig zu lieben und zu verzeihen.

Jeder von uns wird einmal böse, weil er sich verletzt fühlt. Wir alle kennen das Gefühl, abgelehnt zu werden. All diese Verletzungen heilen nur dann, wenn wir damit beginnen, Liebe zu geben und Frieden zu schenken. Achten wir unsere Mitmenschen mehr und machen wir uns bewusst, dass wir mehr sind als unsere Verletztheit, unsere Traurigkeit und unsere Schuldgefühle. Wir sind voller Liebe, die wir nicht zu finden wagen, wenn wir traurig sind. Sie könnte uns bewusst machen, wo wir handeln müssen. Laufen wir nicht länger weg, sondern handeln wir aus unseren Herzen heraus – ab sofort. Wir haben es lange genug aufgeschoben.

Von allen Menschen, die ich vermisse, ist mir meine Tochter der wichtigste Mensch. Es ist schlimm, dass ihre Mutter und ich uns nicht mehr bemüht haben, dass sie und ich einen gesunden und schönen Kontakt haben. Ich wünsche uns aufrichtig, dass wir es schaffen können und möchte mich für meine vielen Verfehlungen bei ihr entschuldigen. Ich wusste nicht, wie es sein kann, einen Vater zu haben oder einer zu sein. Die Begegnung mit anderen Kindern, egal wie schön sie ist, macht mich tief traurig und zeigt mir, was wir versäumt haben. Bald ist sie erwachsen und wir haben viele Chancen vertan, weil ich zu spät bemerkt habe, was wirklich wichtig ist. Hören wir damit auf, solche Fehler immer weiter zu begehen und unter den Tisch zu kehren, sondern bekennen wir uns dazu und lassen wir Heilung geschehen, die aus unseren Herzen kommt.

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