Warum ich von Seitenbacher Werbung Lochfraß bekomme!

Lochfraß, Trivago, Smava und Seitenbacher – warum provoziert und polarisiert Werbung? Was macht Sinn und was nicht? Fehler und Stärken von Werbeleuten – hier einige Klarstellungen.

nervwerbung


Warum ich von Seitenbacher Werbung Lochfraß bekomme!

Was soll es eigentlich, was mit unserer Werbelandschaft so geht? Warum ist Werbung so aggressiv und polarisierend? Das schauen wir uns zuerst einmal an einigen Beispielen an:

Smava – schreien für den Kredit

Mit dem Schrei starten wir in die finanzielle Unabhängigkeit. Warum ist das so? Weil Argumente sinnlos sind, wenn es um Werbung geht. Hier soll erreicht werden, dass die Befreiung durch den Kredit da ist und da blähen sich die Lungen auf und die Freiheit wird zum Kiai, dem Kampfschrei aus dem Karate. Das Gefühl steht im Vordergrund und nicht Fakten.

Trivago – der Urlaubsnuscheler

Warum sollte man Werbung eigentlich nicht verstehen dürfen? Weil Trivago die Sprache als Alleinstellungsmerkmal nutzt. Die Art zu sprechen hilft dabei, die Marke zu erkennen. Die Stimme und die Art zu sprechen ist eben einzigartig, wenngleich auch nicht gerade verständlich. Es schafft Aufmerksamkeit.

Seitenbacher

Vielleicht die Nervwerbung schlechthin. Es ist in aller Munde, wie simpel und leicht eingängig die einfache Werbung mit auffälliger Sprache und Akzent ist. Die Produkte sind in aller Munde – im wahrsten Sinne des Wortes. Sprache, Stimme und Melodie werden genutzt, damit die Wiedererkennung der Marke dadurch nach nur wenigen Worten auch ohne das Produkt geht.

Lochfraß

Wir erinnern uns noch an Dieter Bürgy, der uns die Waschmaschine entkalken ließ, da wir sonst Lochfraß bekommen, würden. Hier war der sympathische Handwerker, der er wirklich ist, mit einem fremden Begriff einfach sehr auffällig.

Cerealien

„Zutaten“ ist genau die gleiche Aussage, aber Cerealien klingen besser, wenngleich sie nicht gute Inhaltsstoffe bezeichnen und nichts über ein Produkt Aussagen, dass aus Milchpulver, Schokolade und Weizen ist – wovon nichts gesund für uns ist.

Warum verarscht uns Werbung?

Ganz einfach, weil verlauft werden soll und im Einkauf am besten gespart werden kann. Werbung darf Geld kosten und soll uns ein tolles Image anbieten, wie das Gefühl von Sicherheit, Attraktivität, Anerkennung und ähnliches. Es geht nicht um Argumente, denn die lassen sich nicht in wenigen Sekunden transportieren. Nach und nach schleichen sich die Marken in unser Bewusstsein. Es geht nicht um Wissen, sondern nur um Wiederholung. Logik muss Werbung nicht verfolgen. Daher ist der Inhalt nachrangig, es muss auffällig sein und einen positiven Zweck aufzeigen. Worte wie „gesund“, „bewusst“, „intelligent“, „sportlich“ und ähnliche sind dabei wichtig. Das möchten wir sein und daher prägt es unsere Kaufentscheidung, wenn wir solche Produkte finden. Wirklich clever, klug und gesund wäre es, vorher einmal zu prüfen, ob die Aussage zutrifft.

Warum nervt Werbung?

Gute Werbung hat Alleinstellungsmerkmale, was alle oben angeführten Beispiele meisterlich beherrschen. Werbung darf nicht unauffällig sein, sondern muss so schnell wie möglich wiedererkannt werden – darum geht es. Aussagen transportieren, schnell Verbindungen im Gehirn schaffen und Bekanntheit vergrößern.

Wie gehen wir damit um?

Am besten realisieren wir, dass Werbung verkaufen und nicht informieren will. Es geht nicht um Geschenke-Tipps, sondern um das Verkaufen. Wichtig ist aber auch, dass wir die Bedürfnisse hinter der Werbung erkennen. Wenn uns „Sicherheit“ anspricht, dann sollten wir schauen, wo wir uns unsicher fühlen. Wenn uns „Schönheit“ anspricht, dann ist es wichtig herauszufinden, wo ich mich nicht schön finde. So kann man den Drang verringern und nimmt die Dinge wieder wirklicher zur Kenntnis und fällt nicht auf überzogene oder falsche Aussagen herein.

Was mache ich als Werbetreibender?

Wichtig ist, dass ich Aussagen transportiere, klar Position beziehe und erkennbar bin. Meines Erachtens darf Werbung nicht alles und darf diese Aggressivität nicht auslösen. Wir sollten darauf achten, dass wir die Mechanismen nutzen und dabei seriös bleiben. Das schaffen übrigens viele Marken, deren Größe deutlich über den oben beschriebenen steht sehr gut. Wir dürfen die Hypnose der leichten Werbung – auch bei Blogdesign / Internetseite nicht nutzen um psychologische Tricks so anzuwenden, dass sie zur Entmündigung führen, sondern ehrlich und offen beraten, informieren, aufklären – wobei Gehalt und Authentizität wichtig sind. Genau das macht Nachhaltigkeit aus.

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