Vegane Schnitzel Wurst und Co – was soll das?

Jetzt mal Tofu bei die Algen. Warum gibt es überhaupt vegetarische / vegane Wurst, Käse und Schnitzel und wieso möchte der Agrarminister weniger Verwirrung haben?

Vegane Schnitzel Wurst und Co – was soll das?


Wie ernährt man sich vegan / vegetarisch?

Das war mir wichtig, als ich erst einmal selbst komplett vegan lebte. Heute bin ich eher Vegetarier, tendenziell jedoch und um Herzen vegan – esse aber auch gelegentlich Fisch – aus gesundheitlichen Gründen und weil es mir schmeckt. Ja, mir gefällt es nicht und ich halte es nicht ganz für richtig, aber ich mache es bewusster. Es ist meine Lösung / mein Kompromiss hinsichtlich dessen, was ich wichtig, praktikabel und gesund finde.

Ganz einfach vegan

Bei meinen Kochkursen entstand das Buch „Ganz einfach vegan“ mit vielen wichtigen Informationen zur leichten Umstellung der Essgewohnheiten – natürlich auch Schritt für Schritt inkl. Rezepten. Die Rezepte beinhalten hierbei auch Gulasch, Schokoladenkuchen, Pancakes und Sauerbraten – alles vegan. Das halte ich auch für richtig und gut.

Warum gibt es vegane / vegetarische Ersatzprodukte?

Wieso gibt es vegetarische oder vegane Produkte, die aussehen wie Schnitzel, Nuggets, Wurst, Käse oder Hackfleisch? Wer sich vegetarisch und vegan ernähren möchte, der hat sich doch dagegen entschieden, oder? Warum sollte man dann Ersatzprodukte nehmen und nicht gleich weiter einfach Schnitzel essen?

Klare Antwort: Weil es besser ist, als Tiere zu töten. Diese Antwort gefällt vielen Fleischfressern nicht, aber sie stimmt. Weniger Tierleid ist weniger Leid auf unserem Planeten. Das ist sicher immer erstrebenswert. Perfekt ist dabei sicher noch nicht alles, aber es geht in eine gute Richtung. Industrielle Lebensmittelproduktion ist vegetarisch oder vegan sicherlich immer noch schöner, als industrielle Aufzucht und Tötung von Lebewesen. Das muss auch der Fleischesser anerkennen.

Wer braucht es nicht? Menschen, die schon lange vegetarisch oder vegan leben, brauchen diese Produkte auch nicht wirklich. Diejenigen, die umsteigen sind es, die ein Ersatzprodukt benötigen. Wer Gulasch und Sauerbraten mag oder Chili, der möchte das Gefühl nicht ganz verlieren, aber es mit weniger Tierleid verbinden. Nicht der Geschmack oder das Aussehen schrecken ab, sondern das Wissen um Leid bei Aufzucht und Tötung.

Warum nun ein Verbot für die Bezeichnung vegetarischer / veganer Fleischersatzprodukte? Weil der Herr Minister Christian Schmidt (CSU) es wichtig findet. Findet er es christlich oder sozial? Man weiß es nicht. Aber die Fragen an Herrn Schmidt seien doch gestattet, warum eigentlich folgendes nicht verboten ist:

  • Die Produkt- und Markenbezeichnung „Kinder“ für Produkte mit Zucker, Palmfett, Magermilchpulver (und früher sogar Alkohol) ist irreführend und schadet der Zielgruppe nachhaltig.
  • Die Bezeichnung „Kalbsleberwurst“ gilt, selbst wenn keinerlei Kalbsleber enthalten ist.
  • Sushi wird mit „Wasabi“ gereicht, der keinen Wasabi enthält, sondern gefärbtes Meerrettichpulver.
  • Vitamine naschen geht bei Bonbons mit 98% Zucker und 2% künstlichen Vitaminen.
  • Darmgesundheit dürfen wir mit Milchmischgetränken für möglich erklären.
  • Milch dürfen wir als gesund zu erklären (DGE) und höhere Milchpreise fordern, weil es wichtig ist.
  • Kohlehydrate dürfen wir als wichtige Ernährungsbausteine nennen (DGE).
  • Das Süßgetränk Apfelschorle wird als Sportgetränk beworben.
  • Biermarken und Süßwarenhersteller assoziieren ihre Produkte mit sportlichem oder umweltbewusstem Bewusstsein, wobei sie Nervengifte und Gefahrstoffe enthalten und kein Sportler Alkohol und Zuckerpaste verzehren würde.
  • Bio Lebensmittel werden mit Plastik überzogen, von dem wir nicht wissen, ob es Weichmacher enthält.

Lieber Herr Minister, es wäre Ihre Pflicht und Ihr Job, Menschen Schlachthäuser von innen zu zeigen, für umfassende Aufklärung zu sorgen und nicht bei diesem Vergleich anzufangen. Kein Vegetarier wird das Fleisch vermissen und Worte wie „vegan“ und „vegetarisch“ könnten Sie den Menschen doch mal näher erklären. Haben Sie sonst nichts zu tun gegen die Überfettung der Gesellschaft? Können Sie Adipositas nicht einmal dadurch bekämpfen, das Fast Food Ketten die Schulernährung nicht sponsern dürfen, sondern andere Firmen?

Können Sie dafür sorgen, dass irreführende Werbung endlich verboten wird, die wirklich gefährlich ist? Wäre es an der Zeit, mal neue Wege in der Ernährung zu gehen? Und vielleicht nehmen auch Sie mal 20-40 kg ab, bevor Sie Menschen erklären, wie sie sich zu ernähren haben. Passt das zu sozialen und christlichen klaren Ansagen? Denken Sie doch mal nach und dann kehren Sie erst einmal vor Ihrer persönlichen Türe in Bayern. Ernährungsberatung wird auch Ihnen nicht schaden.

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