Wenn Du Dich nicht bald selbst liebst, dann mache ich es einfach!

Eine berührende Geschichte über Liebe, Selbstliebe und das, was wir viel zu oft einfach vergessen. Lasse Dich verzaubern und werde zum Nachahmer dieser Geschichte.

Selbstliebe Vater Tochter FamilieImmer wieder kam Melinas Vater spät nach Hause. Er hatte viel zu tun und musste ja auch dafür sorgen, dass es finanziell wieder ausreichte. Er war lange Zeit arbeitslos, die Beziehung der Eltern war eingeschlafen und Zuhause war nichts mehr so schön wie früher. Wie es genau gekommen war, daran konnten sich weder Melina, noch ihr Vater noch ihre Mutter erinnern. Nach und nach hatte es sich wohl so ergeben, dass es Zuhause nicht mehr schön war, alles war lieblos, das Essen schmeckte niemandem mehr und man unternahm nichts mehr zusammen. Ihre Eltern küssten sich nicht mehr, sie bekam keine Umarmung mehr und es gab auch fast nie Besuch.

Früher war immer das Haus voller Menschen, es wurde viel gefeiert, gelacht und jeder nahm jeden immer wieder in den Arm, es regnete Küsschen zwischen den Eltern und von Melina, die auch immer wieder mit einer liebevollen Umarmung, einem kleinen Kuss und lieben Worten bedacht wurde. Sie konnte sich noch gut daran erinnern und hatte es nie mehr gespürt seit einer für sie ewigen Zeit.

Heute war alles so leblos geworden und gerade heute war es ihr besonders bewusst. Es war der Hochzeitstag der Eltern, die diesen immer mit lieben Menschen gefeiert haben. Heute kam niemand und Papa war gestern auf der Couch eingeschlafen. Warum war er nicht bei Mama, wie sonst? Es war komisch, auch haben sie sich heute nicht einmal einen Kuss gegeben oder sich wenigstens lieb angeschaut. Melina war traurig.

Mama schien auch ganz traurig zu sein, denn sie hatte das Lachen nicht mehr, welches immer Melinas Herz so berührt hat. Wenn Mama lachte, dann war Melina davon immer verzaubert, sie lachte und tanzte vor Glück und ihre Mama mit ihr. Ja, Mama konnte manchmal wirklich verrückt sein, war für alle Späße zu haben und war zu jedem Spiel und jeder netten Sache bereit. Auch das war lange vergangen. Die Liebe war gegangen.

Melina schmiedete einen Plan, so konnte es nicht weitergehen. Sie beschloss, beiden Elternteilen eine Freude zu machen, dafür hatte es ja nie viel gebraucht. Basteln konnte sie gut und das, was sie gebastelt hatte, war auch immer gut angekommen. Sie bemerkte jetzt, dass sie selbst sich auch verändert hatte. Lange hatte sie nichts mehr gezeichnet, nicht mehr gebastelt und auch den Kaninchen lange Zeit nur noch einfach Futter gegeben. Das sollte sich nun ändern.

Zuerst ging sie zum Kaninchenstall. Mama war nicht da und Papa war arbeiten, so konnte sie nun einmal den Stall aufhübschen. Sie reinigte ihn, so gut sie es konnte und schmückte ihn. Es gab noch einiges an Gemüseresten und zudem noch etwas frisches Gras. Die Tiere quiekten und liefern aufgeregt umher. Nun noch frisches Wasser und etwas Deko. Sie bastelte ein paar schöne Dinge, die sie an den Stall hing und die Tiere begannen, damit zu spielen. Sie freute sich und lachte laut, so dass sich die Nachbarn wunderten.

Nun bereitete sie alles für die Eltern vor. Das konnte sie nicht alleine, aber die liebe Mutter ihrer besten Freundin Elena konnte ihr vielleicht helfen. Sie rief dort an und erzählte von ihrer Idee. Sofort ließ Elenas Mutter alles liegen, was sie noch zu tun hatte, denn sie hatte verstanden, worum es ging. Hier war die Hilfe viel wichtiger, als alles, was sie sonst zu erledigen hatte. Sie kam sofort mit Elena zu Melina. Dort wurde ein wunderbares Essen zubereitet und der Tisch gedeckt. Melina wusste, wann Mama und Papa wieder da sein würden, so dass es einfach war, das richtige Timing zu haben. Melina bastelte noch etwas für die Tischdekoration und malte ein Bild von sich und ihren Eltern, so wie sie es zwischen ihnen frühem empfunden hatte. Alle lagen sich in den Armen und auf dem Bild waren eine leuchtende Sonne, große Augen und lachende Gesichter zu sehen. Dieses stellte sie genau auf die Mitte des Tisches, der für drei Personen gedeckt war.

Gleich kam ihr Vater nach Hause. Heute würde er etwas früher als Mama kommen. Sie hatte für ihn noch ein paar Blumen gepflückt und ihm eine Karte vorbereitet, die er Mama geben solle, wenn Sie nach Hause kam. Als er die Türe öffnete, wunderte er sich. Kein Fernseher lief und es schien irgendwie etwas chaotisch auszusehen. Die Küche war noch nicht wieder ganz sauber von den Vorbereitungen, die ihn ebenso verwunderten. Sollte seine Frau doch früher nach Hause gekommen sein? Er betrat das Wohnzimmer und staunte.

Dort stand Melina und erwartete ihn vor dem gedeckten Tisch. „Ist Mama schon da?“ fragte er sie. „Nein Papa, das habe ich gemacht mit Elena und ihrer Mama zusammen.“ Er staunte und begann das erste Mal nach langer Zeit wieder, ein Lachen in seinem Gesicht zu zeigen. „Oh, das habt ihr aber toll gemacht.“ Er grübelte und verstand nicht, was Melina vorhatte. Sie sagte ihm „Papa, heute Morgen wusste ich, es stimmt etwas nicht. Immer waren wir so lustig und fröhlich und das sind wir alle nicht mehr gewesen. Schon so lange nicht mehr. Und du hast mir so oft gesagt, dass du viel arbeiten musst, damit es uns wieder gut geht. Aber es geht uns gut. Was brauchen wir denn außer unserem Lachen und unserer Liebe?“ Er war zu Tränen gerührt und erklärte ihr „Das ist so lieb von dir, aber ich habe einfach gedacht, wir haben uns alle nicht mehr lieb und ich müsste einfach noch mehr und mehr arbeiten, damit wir wieder lachen können, wenn es uns finanziell wieder besser geht. Ich habe gedacht, ich mache nichts mehr richtig und ich kann überhaupt nichts. Danke, dass du so an uns gedacht hast, gerade heute.“

Sie schaute ihn an, nahm in die Arme und sagte „Papa, du musst gar nicht so viel für uns arbeiten und du bist der beste Papa auf der Welt. Und weißt du was? Wenn Du Dich nicht bald selbst liebst, dann mache ich es einfach!“ Sie drückte ihn und gab ihm einen Kuss. Er hob sie hoch und seine Tränen wandelten sich in die der Freude. Beide lachten herzlich und drückten sich ganz fest. Nun kam Mama nach Hause und bemerkte die beiden, wie sie sich so glücklich ansahen. Das war sie lange nicht mehr gewohnt, sie war zuerst verunsichert. Aber nachdem beide ihr erklärt hatten, was geschehen war, lachte auch sie, freute sich und weinte ebenfalls Freudentränen.

Sie aßen zusammen, sprachen sich aus, dann beschlossen sie, spontan ein paar Leute einzuladen und zu feiern. Heute gab es zwei Gründe, den Hochzeitstag und die Rückkehr der Liebe in ihre Familie. Sie feierten so lange, dass es eigentlich viel zu spät für Melina wurde, aber das war heute nicht wichtig. Schlaflose Nächte hatten alle drei schon oft genug, aber dieses Mal endlich wieder, weil sie sich freuen konnten und ihre Liebe feierten.

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Über Arno Ostlaender

Hallo, ich bin der Mensch hinter dieser Internetseite. Nach zwanzig Jahren in Vertrieb und Verkauf habe ich mein Leben vor etlichen Jahren verändert und von dem profitiert, was ich lernen durfte. Heute sind Psychologische Beratung, Yoga, das schreiben von Büchern und die Begleitung von Menschen in schweren Situationen mein leidenschaftlicher Beruf. Es ist mir eine Herzensaufgabe, durch den Wandel meines Lebens andere Menschen mit meiner Erfahrung achtsam zu begleiten. Ich freue mich auf den Kontakt zu meinen Lesern - hier im Blog oder persönlich.

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