Wie feiern wir Weihnachten ohne die Menschen die uns fehlen?

Zur Weihnachtszeit spüren wir, wer uns fehlt und ebenso, wen wir nicht mehr an unserer Seite ertragen können. Wie geht man damit um?

Du fehlst ganz besonders an Weihnachten. Diesen Gedanken haben wir immer wieder einmal, jedoch ganz besonders in der Weihnachtszeit. Unverarbeitete Trauer fließt durch unsere Herzen und belastet uns. Wir können die Menschen nicht gehen lassen, die von uns gegangen sind. Dabei geht es um die Menschen, die durch den Tod von uns genommen wurden und ebenso um diejenigen, die wir vermissen, weil der Kontakt oder die Partnerschaft beendet ist. Gerade in einer Zeit der Ruhe und Besinnlichkeit vermissen wir die Menschen, die nicht mehr in unserer Mitte sind und betrauern den Verlust. Das ist der eine Faktor der Weihnachtszeit. Es stellt sich häufig gleichzeitig noch ein anderes Phänomen ein.

Wie feiern wir Weihnachten ohne die Menschen die uns fehlen?An Weihnachten merken wir, wen wir nicht mehr ertragen können. Partnerschaften, die wir zu lange haben ertragen müssen, weil wir uns nicht trennen können, werden nun zur Extrembelastung. Dabei mag es eine Rolle spielen, dass wir spüren, wen wir vermissen. Entscheidend ist aber auch, dass wir nun auf engem Raum von einem Menschen umgeben sind, der uns belastet. Partnerschaften zerbrechen oft in den Weihnachtstagen oder kurz danach. Nachdem wir uns selbst etwas vorspielen, wird uns dieses Theater oft zu viel, weil die Nähe zu groß wird. Ohne sich darauf vorzubereiten haben wir gehofft, diese Zeit würde das Gefühl der Liebe und Vertrautheit wieder zurückkommen lassen. Die Zeit alleine aber heilt weder Wunden noch Beziehungen. Es ist unser Auftrag, zu unserem Glück zu finden.

Einsamkeit an Weihnachten ist die Folge. Geprägt wird sie ebenso durch den Verlust, wie durch zu viel Nähe an der Stelle, die wir schon vorher als Belastung empfunden haben. Die besinnliche Stimmung der Feiertage vertieft diese Traurigkeit, denn wir haben nicht die Chance, uns abzulenken. Überall schaffen Einzelhandel und Online-Angebote sowie das TV Programm das Gefühl der besonderen Verbundenheit. Genau diese fehlt uns in uns selbst. Wir spüren, dass wir Verbindungen nicht gepflegt haben, Trennungen nicht verarbeitet und uns immer mehr selbst vom Weg zu uns abgebracht haben.

Weihnachten ist die Zeit der Depressionen und Suizide. Durch die oben genannten Elemente werden die Weihnachtszeit und auch noch Silvester zu der Zeit, die besonders geeignet ist, die Depression auszulösen oder zu verstärken. Die Selbstmordrate steigt ebenso gewaltig zum Jahresende. Das mag auch damit zusammenhängen, dass wir die Vorsätze für das neue Jahr nicht vor Augen haben oder auch diesen gegenüber traurig werden, weil uns gar nicht klar ist, was wir verändern können und die Kraftanstrengung zu groß erscheint. Eine wirklich gefährliche Kombination, die oftmals zu schlimmen Schlagzeilen in der Presse führt, weil viele Menschen sich nicht vorstellen können, dass man vor lauter Verzweiflung nicht nur sich selbst, sondern manchmal der ganzen Familie das Leben nimmt.

Wie können wir jetzt vorgehen, um in unserer Seele aufzuräumen und diesen schlimmen Folgen vorzubeugen?

  1. Verbinde dich mit den Menschen, die fehlen. Wenn du einen Menschen vermisst, der nicht mehr unter uns ist, dann gib der Trauer Raum und durchlebe sie. Erinnere dich an die schönen Zeiten und danke für die gemeinsame Zeit. Bei Beziehungen, die verblasst sind, nimm du den Kontakt auf. Gerade die Weihnachtszeit stimmt versöhnlich. Starte einen Versuch der neuen Verbindung aus deinem Herzen und gehe auf die Menschen zu, die noch unter uns sind.
  2. Sprich mit deinem Partner über das, was dich belastet. Kläre auch mit anderen Menschen genau das, was das Zusammenleben erschwert. Sei dabei aufrichtig, ehrlich und offen und sprich auch von dem, was du als Fehler an dir siehst. Sprich von deinen Wünschen, Hoffnungen, Träumen und dem, was du geben möchtest. Fordere nicht, sondern biete an zu geben.
  3. Trenne dich in Frieden von den Menschen, bei denen ein Kontakt (jetzt) nicht möglich ist. Vielleicht haben wir zu viele Forderungen gestellt, noch offene Lebensthemen oder einen anderen Glauben in uns selbst, der uns behindert. Vielleicht möchten wir Kontakte aufrechterhalten, die uns mehr schaden als nutzen und die nicht von Herzen kommen, sondern eher einem Geschäft gleichen.
  4. Suche nach dem, was dein Leben wirklich glücklich macht. Hilf nicht anderen Menschen, sondern dir selbst. Schaue nach deinen Gefühlen, den wirklichen Beweggründen, die dich antreiben und nach dem, was wirklich dein Wunsch ist. Wie soll das Leben im neuen Jahr aussehen und was davon kannst du selbst in die Hand nehmen?
  5. Schließe Frieden mit falschen Zielen und lasse sie gehen. Manche Dinge erreichst du nicht, weil sie nicht zu dir gehören und vollkommen falsch sind. Manche Beziehungen sind falsch, weil sie nicht von Liebe, sondern von Abhängigkeit geprägt sind. Suche das, was dich dahinter antreibt und schließe Frieden damit.
  6. Verkrieche dich nicht, sondern geh zu den Menschen, die dir gut tun. Rufe jemanden an, verabrede dich oder schlendere durch die Gegend.
  7. Wenn du nicht zu den gewünschten Zielen findest und deine Blockaden eher zu steigen scheinen, dann suche dir Hilfe. Vereinbare einen Termin zur Psychologischen Beratung, Trauerbegleitung, Paartherapie oder dem, was dir helfen kann. Lass es nicht zu, dass die schöne und besinnliche Zeit dich so sehr übermannt, dass du nicht mehr weiter weißt und es zu Kurzschlussreaktionen kommt. Du kannst sie vielleicht nicht mehr bedauern. Das wäre ein Verlust, der nicht mehr zu klären wäre.
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Über Arno Ostlaender

Hallo, ich bin der Mensch hinter dieser Internetseite. Nach zwanzig Jahren in Vertrieb und Verkauf habe ich mein Leben vor etlichen Jahren verändert und von dem profitiert, was ich lernen durfte. Heute sind Psychologische Beratung, Yoga, das schreiben von Büchern und die Begleitung von Menschen in schweren Situationen mein leidenschaftlicher Beruf. Es ist mir eine Herzensaufgabe, durch den Wandel meines Lebens andere Menschen mit meiner Erfahrung achtsam zu begleiten. Ich freue mich auf den Kontakt zu meinen Lesern - hier im Blog oder persönlich.

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